Traubensorte

Gewürztraminer
Ausserordentlich duftige und würzige, in ihrer Blume unübertreffliche und in ihrem Geschmack ausgewogene Spezialität.


Servieren zu
Apéro, Speckgugelhopf, warmen Vorspeisen, Currygerichten, Asia-Häppchen, Blauschimmelkäse


Ausschanktemperatur
10 – 12 ° C.


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alt

Herkunft
Wie bei vielen alten Sorten werden auch beim Traminer Parallelen zur Antike gesucht und seine Heimat in Südosteuropa vermutet, obwohl die Abstammung von mitteleuropäischen Wildreben nicht ausgeschlossen werden kann. Bronner (1857) fand am Rhein eine allerdings männliche Wildrebe, die völlig mit dem Traminer übereinstimmte. Im Mittelalter kam die Sorte in Südtirol (Traminer) vor, 1470 stellte Herzog Siegmund vier Fuder besten Traminerweines aus Südtirol als Messwein zur Verfügung. Er verschwand nach 1500 aus dem Anbau bis 1900. Für Deutschland nennt ihn 1546 Hieronymus Bock und schon 1593 warnt Albertinus die Frauen, zuviel des schweren Traminerweines zu geniessen. In den Verordnungen der Landesherren (Bischöfe von Speyer, Kurfürsten von der Pfalz (1745), Grafen von Leiningen (1742), Markgrafen von Baden (1753) gehörte er mit Riesling und später Ruländer zu den gewünschten Rebsorten. Mit dem Riesling und einer reichtragenden Sorte wie Heunisch, Elbling, Gutedel, später Silvaner bildete er den klassischen gemischten Satz. Wegen Ertragsunsicherheit und Rückgangserscheinungen eroberte er nie grössere Rebflächen. Im Gegenteil, die Weinautoren Breuchel und Bronner berichten über abgängige Weinberge und über die Verbreitung einer neuen Herkunft, z.B. Breuchel 1781 über den neu aufgekommenen Wachenheimer Traminer, der die alten Bestände verdrängt. Es sind Beweise für frühe Erfolge der Rebenselektion. Um so erstaunlicher ist, dass mit dem bald 400jährigen, fast sortenreinen Traminerweinberg in Rhodt in der Pfalz ein einmaliges Denkmal der Weinkultur bewahrt werden konnte.

Merkmale
Ampelographisch sind  der Rote Traminer und der Gewürztraminer nicht unterscheidbar. Ersterer bringt mehr Ertrag und weniger Aroma, so dass die Unterschiede ertragsbedingt sein können. Triebspitze stark weiss-rot filzig behaart. Blatt klein, rundlich, oft breiter als lang, meist dreilappig; Oberseite blasig, wenig behaart; Unterseite stark filzig behaart; Nerven rötlich, wollig bis borstig behaart; Blattrand wechselnd stumpf gezähnt; Stielbucht V-förmig bis geschlossen. Traube klein bis mittelgross, dichtbeerig gedrungen. Beeren klein, rund bis länglich, grau bis braun-rot, dicke Schale. Geschmack saftig, süss mit an Rosen erinnerndem Aroma.

Eigenschaften
Ansprüche an Boden und Lage hoch; neigt zur Verrieselung und Abbauerscheinungen (Reisig-Krankheit), sonst keine besonderen Empfindlichkeiten. Reife mittel bei hohen Zuckergehalten, Ertrag niedrig.